Alexander Bechtel

Podcast #35

Der digitale Euro auf der Libra-Blockchain – Interview mit Jonas Gross

Die Shownotes gibt es hier!

[00:00:00] Music.
[00:00:14] Ich unterhalte mich heute mit Jonas Gross vom Blockchain Center der Frankfurt School. Wir sprechen darüber, was hinter den single currency Libra Coins steckt, das heißt hinter dem Libra Euro dem Libra US Dollar.
[00:00:28] Wir sprechen darüber, warum Libra eventuell die Plattform für den digitalen programmierbaren Euro werden könnte.
[00:00:36] Wir diskutieren auch darüber, inwieweit sich Bitcoin, PayPal oder auch digitale Zentralbankwährungen von Libra unterscheiden.
[00:00:46] Music.
[00:00:52] Hallo zusammen und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Bitcoin Fiat und Rock'n'Roll.
[00:00:58] Hier geht's um digitale Währungen, um unser aktuelles Geldsystem und um die großen Fragen rund um das Thema
[00:01:05] Geld. Ja, heute ist es soweit, ich habe es schon lange angekündigt, dass ich hier auch öfters mal Interviews führen möchte und heute haben wir
[00:01:13] einen Gast in der Sendung. Jonas Gross vom Frankfurt School Blockchain Center ist hier. Ich habe Jonas eingeladen, weil er ein Experte ist zum Thema Libra und auch zum Thema digitale Zentralbank Währungen.
[00:01:26] Heute unterhalten wir uns aber in erster Linie über Libra. Letzte Woche, am 16.04. hat die Libra Association ja ein neues Whitepaper publiziert.
[00:01:36] Ich habe dazu auch letzte Woche schon eine Podcast Episode produziert, das heißt wenn du
[00:01:41] da nochmal genauer reinhören willst welche wichtigen Änderungen es bei Libra gab, dann gerne noch mal in die Episode von letzter Woche hören. Heute tauchen wir dann noch ein bisschen tiefer ein und sprechen darüber,
[00:01:53] was diese Änderungen denn jetzt für die Zukunft von Libra und vielleicht auch für die Zukunft unseres Geldsystems bedeuten.
[00:02:00] Ich habe mich mit Jonas darauf geeinigt, dass wir keine klassische Frage Antwort Interview Episode machen, sondern wir werden das Ganze eher so als Gespräch
[00:02:08] handhaben, das heißt wir haben uns im Vorlauf auf einige Themen geeinigt und wollen darüber heute einfach ein bisschen
[00:02:15] ins Detail gehen. Also, jetzt aber erstmal Jonas herzlich Willkommen hier im Podcast, ich freue mich dass du da bist.
[00:02:22] Hi Alexander, danke für die Einladung. Ich freue mich auch wirklich sehr hier zu sein und mit dir ja wie ich doch finde ein sehr sehr spannendes Projekt zu diskutieren.
[00:02:31] Genauso ist das. Du bist Projektmanager & Research Assistant am Blockchain Center in in Frankfurt an der Frankfurt School. Gleichzeitig habe ich gesehen promovierst du auch noch zum Thema
[00:02:41] Digitale Zentralbankwährungen an der Universität in Bayreuth. Wie passt das denn zusammen bzw wie bekommst du denn diese beiden Dinge unter einen Hut.
[00:02:50] Genau absolut richtig, also ich fahre hier ein bisschen zweigleisig, das heißt die eine Stelle am Frankfurt School Blockchain Center konsumiert ungefähr die Hälfte meiner Zeit und die Promotion dann dementsprechend die andere Hälfte.
[00:03:02] Inzwischen ist es ganz schön, weil ich arbeite in dem Projekt was vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Wo wir praktisch, eine
[00:03:12] Blockchain Platform mitkonzipieren und im Speziellen für Maschinenbau Use-Cases; und in dem Zusammenhang Blockchainsysteme auch
[00:03:21] zahlreiche Vorteile, auf die wir später auch eingehen werden, wenn wir über programmierbares Geld sprechen.
[00:03:26] Und deswegen ist diese Komponente von Zahlungen und Kryptowährungen, DLT-basierten Zahlung etc.  auch so ein bisschen in meiner Arbeit an der Frankfurt School
[00:03:38] mit ein Teil.
[00:03:39] Und ein Teil meiner Arbeit Frankfurt School außerhalb des Projekts, verbringe ich auch damit, dass ich viel Research betreibe zu aktuellen Themen, das heißt
[00:03:49] ich habe z.B. auch letztes Jahr als Libra aufkam im Rahmen meiner Tätigkeit  am Blockchain Center zu Libra einige Artikel geschrieben
[00:03:56] Ich habe auch ein paar Vorträge gehalten, das heißt ich bin auch von Anfang an dem Thema mit dabei.
[00:04:01] Aktuell sind natürlich auch, du hast schon genannt, digitale Zentralbankwährungen so ein ziemlich heißes Thema. Auch da schreibe ich ein paar Artikel
[00:04:07] während meiner Zeit am Blockchain Center und das ist natürlich sehr sehr schön weil ich dadurch auch einige Synergieeffekte zur Promotion realisieren kann.
[00:04:17] Ja du du sagst hier ganz bescheiden "einige Artikel", ich habe das Gefühl, dass ihr dort am Blockchain Center
[00:04:22] unglaublich viel Content produziert. Das ist ja gemeinsam mit der Philipp Sandner sehe ich da regelmäßig Artikel aufpoppen zu dem Thema. Ihr habt auch jetzt - und damit komme ich vielleicht auch gleich zum Thema -
[00:04:34] ich denke einen Tag oder ein halben Tag nachdem die Libra Association jetzt dann am 16.04. ihr neues Whitepaper herausgebracht hat, habt ihr auch sofort einen relativ langen und und detaillierten Artikel auf Medium
[00:04:47] veröffentlicht. Also ich finde ihr seid auf jeden Fall relativ schnell unterwegs.
[00:04:52] Ja das ist auch...es freuen sich sehr viele Leute so schnell von uns Analysen zu bekommen. Also ich meine du weißt es ja selber, oft ergeben sich so Sachen auch erst, wenn man das
[00:05:00] Paper vielleicht sich noch mal durchliest und dann noch mal.
[00:05:03] Aber unsere Strategie ist eben schon, wenn es jetzt wirklich News in dem Bereich gibt, da recht schnell auch wirklich was zu produzieren, damit wir da einfach auch
[00:05:11] mit an der vordersten Front sind und die interessierten Leute mit Informationen versorgen können.
[00:05:16] Und jetzt ist natürlich auch ein bisschen Zeit jetzt auch vergangen seit dem Medium Artikel letzte Woche, deswegen erfreue ich mich auch ein paar in der Zwischenzeit gewonnenen Erkenntnisse die in dem Artikel noch nicht zu finden sind heute mit dir zu diskutieren.
[00:05:28] Ja, genau so geht's mir auch normalerweise in den ersten Tagen oder in den ersten 1-2 Wochen, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt da poppen dann jeden Tag noch mal neue
[00:05:36] Erkenntnisse auf. Dann lass uns doch gerne mal
[00:05:39] ins Detail gehen oder über das neue Whitepaper sprechen. Also, wie gesagt letzten Donnerstag 16. April hat die Libra Association dieses neue Whitepaper veröffentlicht, nachdem
[00:05:49] im Juni 2019 das erste Whitepaper veröffentlicht wurde also deswegen sprechen wir jetzt,
[00:05:54] wenn wir über das neue Libra sprechen oft mal von Libra 2.0, damit meinen wir jetzt einfach die Änderungen
[00:06:00] im neuen Whitepaper. Ja diese Überarbeitung war ja nötig geworden, weil es nach dem letzten Juni 2019 doch sehr starke Kritik von Seiten der
[00:06:10] Regulierungsbehörden und Zentralbanken gab. Was ist denn jetzt deiner Meinung nach die wichtigste Änderung in diesem neuen Libra 2.0 Projekt.
[00:06:19] Also einige Änderungen muss ich sagen, hat man teilweise schon erwarten können, wurden auch teilweise schon darüber spekuliert in den letzten Monaten. Ich hab z.B. Blumberg Artikel hierzu im Kopf.
[00:06:30] Also ich denke eine der wichtigsten Änderungen ist, dass man davon abgekommen ist ein reines Produkt, reinen Libra-Token auf Basis dieses
[00:06:37] Währungskorbs bestehend aus verschiedenen Fiatwährungen zu nutzen.
[00:06:41] Das heißt jetzt ist ja auch in der Planung, dass man z.B. einen Libra Euro hat, das heißt einen Libra-Token, der nur durch den Euro gesichert ist und dann einen Libra US-Dollar etc.
[00:06:53] Ich denke das war auf jeden Fall ein Schritt auf die Regulatoren zu, was die Libra Association da gemacht hat und was für mich die mit die größte Änderung war.
[00:07:03] Ja ich finde auch, dass ist eine Änderung, die der Libra Association kaum dabei hilft ihren Zielen näher zu kommen, sondern
[00:07:12] einzig und allein meiner Meinung nach dafür da ist, um die Regulatoren zufrieden zustellen. Also das Ziel von Libra is ja -zumindest
[00:07:19] motivieren sie so ja Whitepaper - ist ja immer: Wir wollen grenzüberschreitende Zahlungen effizienter machen und wir wollen finanzielle Inklusion fördern, das heißt wir wollen Menschen - vor allem natürlich in Entwicklungsländern - den wollen wir möglichen Zugang zum Finanzsystem zu bekommen.
[00:07:34] Die Tatsache, dass ich jetzt ein Libra Euro und ein Libra US-Dollar geben wird, das hilft natürlich weder bei grenzüberschreitenden Zahlungen noch dabei, Menschen in Entwicklungsländern einen Zugang
[00:07:43] zum Finanzsystem zu geben. Also das ist für mich wirklich - da gebe ich dir ganz Recht - so diese Änderung, die ist dafür da um die Regulatoren zufriedenzustellen.
[00:07:51] Absolut richtig, also man hat am ursprünglichen Ziel nicht viel nicht viel aufgegeben durch diese Änderung. Ich finde aber, dass es doch jetzt
[00:07:58] auch neuen Use Case gibt, der sich dadurch aufgetan hat.
[00:08:01] Weil allein dadurch, dass es jetzt einen LibraEUR gibt, oder hoffentlich bald gibt, falls Libra jetzt dann auch tatsächlich live gehen sollte,
[00:08:09] ist einfach, dass man wirklich auch einen Blockchain-basieren Euro hat, den man integrieren sei es jetzt
[00:08:17] in die machine-to-machine Kommunikation. Das heißt, es gibt ja gerade schon ein paar paar Stablecoins, praktisch Kryptowährungen, Cryptoassets,
[00:08:26] die relativ stabil sind und die z.B. auch
[00:08:28] genutzt werden können, um z.B. Zahlungsströme zu automatisieren. Und hier würde Libra...bietet Libra jetzt auch die zusätzliche Option, diesen LibraEUR auch
[00:08:38] zu integrieren, das heißt ein zusätzliches Produkt, was hier auch meiner Meinung nach hohe Effizienzgewinne auch für z.B. die deutsche oder die europäische Industrie bringen kann.
[00:08:48] Ja, also hofft auf dieses Thema Euro auf der Blockchain, da möchte ich auf jeden Fall dann gleich noch mit dir drüber sprechen. Lass uns vielleicht erst noch mal
[00:08:55] bei dieser Änderung jetzt bleiben, dass es eben nur noch, oder dass es zusätzlich eben diese single-currency Stablecoins gibt, also diesen LibraEUR, LibraUSD.
[00:09:05] Es gibt ja aber trotzdem immer noch diesen Währungskorb, also der besteht immer noch. Was hat sich denn da jetzt genau verändert, weil ich frage mich immer: Ist denn der Unterschied im Vergleich zum Libra 1.0, ist der wirklich
[00:09:18] so groß?
[00:09:19] Also bei dem jetzigen Update ist es so, dass ja gesagt wurde, dass dieser Libra-Token, dieser sogenannte multi-currency Stablecoin, der mit mehreren Fiatwährungen gedeckt ist,
[00:09:29] dass der aus dem single-currency Stablecoins, das heißt dem LibraEUR, dem LibraUSD besteht.
[00:09:34] Das heißt angenommen Libra würde starten mit dem LibraUSD, dem LibraEUR und dem Libra-GBP,
[00:09:40] dann würde sich der Libra-Token auch jeweils aus diesen drei Fiatwährung zusammensetzen.
[00:09:46] Und das ist das, was relativ neue ist, weil diese Idee war vorher eben noch nicht soweit klar im Librakonzept 1.0. Da hieß es einfach, dass es einen Währungskorb geben soll,
[00:09:55] da sind stabile Währungen von soliden Volkswirtschaften enthalten, aber es wurde nicht so konkret, welche Währungen das am Ende im werden. Und ich glaube es war auch ursprünglich geplant,
[00:10:05] dass diese Librawährung, die es jetzt immer noch gibt, dieser Währungskorb, der sollte damals eben direkt mit Fiatwährungen hinterlegt sein und jetzt ist es ja so, dass dieser Währungskorb
[00:10:15] - wie du gerade gesagt hast - nicht direkt mit Fiatwährung hinterlegt ist, sondern mit Stablecoins, die wiederum mit Fiatwährungen
[00:10:21] hinterlegt sind. Also ich glaube so hat man durch die Hintertür ein bisschen versucht eben die Regulatoren zufriedenzustellen. Ja, ich glaube, was hier jetzt ganz entscheidend
[00:10:31] sein wird - ich weiß nicht, ob du da Einblicke hast - ich glaube, dass es noch nicht wirklich klar ist, wer jetzt denn genau Zugriff auf den LibraEUR, den LibraUSD haben wird und wer Zugriff auf diesen Libra Währungskorb haben wird, also das ist ja dann einfach die Librawährung.
[00:10:46] Es scheint ja so zu sein, laut Whitepaper, dass vor allem für diejenigen Länder, die jetzt eben noch keine Einzelwährung, keinen Einzelwährungs-Libratoken haben, die sollen ja anscheinend vor allem dann Zugriff auf diese
[00:10:57] Librawährung bekommen, die durch den Währungskorb gedeckt ist.
[00:11:00] Genau, also ich habe es auch so... auch genauso verstanden, richtig. Und mehr Details sind auch für mich nicht aus dem Whitepaper ersichtlich gewesen. Also der Grund, warum ich glaube, dass das wichtig ist, ist wenn nämlich jetzt wir Europäer oder Deutschen
[00:11:14] Zugriff haben auf den Libra Währungskorb,
[00:11:17] dann gäbe es ja zumindest von Nutzerperspektive eigentlich fast gar keinen Unterschied zur Libra 1.0, zumindest hinsichtlich der Währung. Es wäre sogar
[00:11:26] ein Vorteil für mich, weil ich jetzt eine größere Auswahl an Währungen habe, das heißt ich kann mich jetzt für den LibraEUR entscheiden, wenn ich beispielsweise sparen möchte, dann mache ich das vielleicht lieber in Euro. Wenn ich aber ins Ausland überweisen möchte, nutze ich den Währungskorb, also die Libra-Währungskorbwährung. Aber ich bin da ehrlich gesagt noch skeptisch, ob das möglich sein wird, dass wir hier in Deutschland
[00:11:46] wirklich auch den Libra-Währungskorb, oder LibraUSD halten dürfen.
[00:11:50] Ja das wird sehr spannend zu sein wie hier die regulatorischen Entwicklungen weitergehen. Ich persönlich bin da insgesamt recht optimistisch, weil ich auch glaube, dass ein LibraEUR und ein LibraUSD
[00:12:00] doch auf jeden Fall recht leicht, oder deutlich leichter, zu regulieren sind als diese ursprüngliche Libra 1.0 Idee.
[00:12:07] Und deswegen glaube ich, wenn dieser LibraEUR, LibraUSd, etc. mal reguliert werden und praktisch vom Gesetzgeber auch anerkannt werden, ist es dann im nächsten Schritt leichter ein Produkt
[00:12:18] praktisch genehmigt zu bekommen, was auf verschiedenen Produkten basiert, die schon genehmigt wurden, nämlich in dem Fall diese drei Stablecoins.
[00:12:26] Ja absolut, was natürlich jetzt dazu kommt -
[00:12:29] und auch dazu habe ich zumindest bislang noch keine Informationen gesehen - ist, dass jetzt natürlich alles davon abhängt... also der Erfolg des Libra Projektes hängt zumindest ein Stück weit davon ab, wie einfach es sein wird LibraEUR in
[00:12:42] LibraUSD umzutauschen oder auch in diesem Libra-Währungskorb, weil wenn das natürlich jetzt hohe Transaktionskosten sind, oder lange dauert, oder in irgendeiner Art und Weise ineffizient ist, dann wird dieses ganze Libra-Netzwerk, das ja viel Effizienz und vor allem auch
[00:12:56] günstige Transaktionskosten verspricht, wird dann eventuell relativ behäbig. Richtig, also da stimme ich dir auch voll und ganz zu. Man hat ja in dem System trotzdem wieder 
[00:13:05] bisschen Intermediäre drin. Das heißt diese sogenannten Designated Dealers und auch die im Virtual Asset Service Providers in dem lieber Netzwerk, die Dienstleistungen für den Kunden anbieten und unter anderem auch dann den Euro den man besitzt in Libra umtauschen.
[00:13:19] Und hier wird wirklich essentiell sein, wie hoch dieser Spread ausfallen wird.
[00:13:23] Und davon wird auch abhängen, wie hoch die Libra-Transaktionsgebühren und dementsprechend Ende auch die Verbreitung von Libra sein wird.
[00:13:29] Du hast jetzt gerade zwei Player im Libra Netzwerk angesprochen, die Designated Dealers u.a. Kannst du vielleicht mal ganz kurz
[00:13:36] sagen, was die Aufgaben dieser beiden... dieser beiden Player ist, weil ich glaube das wurde jetzt auch erst... also die Designated Dealers, die gab's im Endeffekt schon,
[00:13:44] aber diese Virtual Asset Service Provider, die kamen glaube ich neu dazu... was deren Aufgaben sind, weil das gehört ja zu dieser zweiten Änderung kann man sagen,
[00:13:51] zu diesem neuen Compliance Framework, das jetzt eingeführt wurde. Gerne also diese Virtual Asset Service Provider sind tatsächlich neu und es ist auch im Whitepaper noch recht vage gehalten, was diese Parteien machen werden.
[00:14:02] So wie ich es verstanden habe, werden sie einfach Dienstleistungen anbieten
[00:14:07] für den Endnutzer auf Basis der Libra-Plattform, das heißt z.B. ein Wallet. Das heißt, dass die... dass die Libracoins gestored werden können.
[00:14:17] Oder auch eine andere Dienstleistung, die später mal in der Librawährung abgewickelt werden können.
[00:14:23] Und auf der anderen Seite die Designated Dealers, die haben so aus der Version 1.0 die sogenannten Authorized Resellers ersetzt, also praktisch für mich ein neuer Term, der jetzt hier verwendet wird.
[00:14:33] Was diese Agenten machen werden ist, dass sie praktisch die Schnittstelle darstellen zwischen Kunden und der Libra Association.
[00:14:41] Das heißt, wenn ich jetzt als Kunde herkomme und sage ich habe hier 1 EUR, ich möchte gerne den in einen LibraEUR tauschen,
[00:14:46] dann geht man zu den Designated Dealers und was die praktisch machen ist, dass sie die jeweiligen Assets, die im Hintergrund die als Besicherung dienen, der Libra Association geben,
[00:14:56] die Libra Association einen Libra-Token in der Währung, in der Nomination gutschreibt
[00:15:02] und die Designated Dealers dann diese Libraeinheit wieder an den Endkunden weiterreichen. So habe ich die
[00:15:08] Aufteilung jetzt in der neuen Systemstruktur verstanden. Ja genau, das habe ich auch so verstanden. Einen wichtigen Player haben wir jetzt noch nicht genannt und das sind die sogenannten Unhostet Wallets.
[00:15:18] Ich habe es ja gerade gesagt, ein Hauptziel der Libra Association ist ja die finanzielle Inklusion und das Problem mit den Designated Dealers und auch mit dem Virtual Asset Service Providers ist es ja, dass die
[00:15:28] die relativ streng reguliert sind und man deswegen eventuell nicht die Menschen in den Entwicklungsländern
[00:15:35] erreicht. Also da bräuchte man dann eventuell Setups oder Institutionen, die nicht ganz so streng reguliert sind, um eben denjenigen auch einen Zugang zum Finanzsystem zu ermöglichen. Da ist dann aber wieder dieser Trade-off mit der Regulierung, dass man ja sagt
[00:15:48] gleichzeitig müssen wir natürlich auch schauen, dass die wichtigsten Regulierungsanforderungen eingehalten werden. Also das sehe ich noch so ein bisschen einen potenziellen Konflikt
[00:15:58] zwischen dem was die Libra Association versucht anzubieten und was eventuell
[00:16:01] die Regulierungsbehörden verlangen. Wenn man sich die Virtual Asset Service Provider und auch die Designated Dealers anschaut werden die laut Whitepaper wirklich sehr streng reguliert werden, das heißt
[00:16:10] allein wenn man als so ein Akteur zugelassen werden muss, braucht man dann natürlich rechtliche Nachweise, man braucht einen Ausweis, man braucht ein Bankkonto etc.
[00:16:19] Und Libra wirbt ja genau damit eben den unbanked people einen Zugang zum Finanzsystem zu gewährleisten.
[00:16:24] Und deswegen sind auch meiner Meinung nach diese Unhosted Wallets sehr sehr essentiell, weil das die potentiellen Teilnehmer sind, die gerade noch unbanked sind, also keine Zugriff zu Bankdienstleistungen haben,
[00:16:35] und die aber die Libra Association adressieren will, so dass auch diese Parteien Zugriff bekommen.
[00:16:40] Und hier muss ich aber sagen... ja, ist für mich noch nicht ganz klar, wo die Reise hingehen soll, weil leider die Unhosted Wallets recht
[00:16:49] unkonkret noch im neuen Whitepaper beschrieben wurden meiner Meinung nach. Ja, sehr oberflächlich. Also es fehlt... ich meine es ist ein Whitepaper, das habe ich nach dem ersten Whitepaper schon gesagt... das ist jetzt kein voll ausgearbeitetes Konzept und genauso sollte man das auch
[00:17:02] annehmen denke ich mal
[00:17:03] Eine Sache, die ich jetzt noch sehr wichtig finde und die auch noch nicht geklärt ist, oder mir zumindest nicht ganz klar ist, ist: Was ist denn genau das Business Modell von Libra? Also wie will Libra im Endeffekt oder die Libra Association Geld verdienen?
[00:17:18] Also hier gibt es verschiedene Einnahmequelle. Das eine sind natürlich die Transaktionsgebühren,
[00:17:23] das heißt Libra ziehlt ja darauf ab anderen Wettbewerbern das Geschäft ein bisschen streitig zu machen, dadurch dass sie einfach billiger sind als manch andere. Also das Ziel ist ja v.a. cross-border payments...
[00:17:33] praktisch die Effizienz in diesem Bereich zu erhöhen. Nach aktuellen Daten der Weltbank
[00:17:38] kosten cross-border payments im Durchschnitt, also Zahlungen über Grenzen hinweg, 7% Transaktionsgebühren des Volumens mehr. Und das ist natürlich immens und die Libra Association möchte genau hier ran und sagen "hey wir können das billiger machen".
[00:17:50] Das heißt man kann auf jeden Fall erwarten, dass die die Fees niedriger liegen werden als die 7%,
[00:17:57] aber diese Einnahmen werden dann der Libra Association zugutekommen. Ja ich habe da sogar - wenn ich da ganz kurz mal dazwischen gehen darf - es gibt da sogar eine Podcast Episode für dich das mal recherchiert habe. Also diese
[00:18:08] diese Zahl 7 %, auf die bin ich auch gestoßen, die so für Remittances aktuell im Durchschnitt gezahlt werden, was unglaublich hoch ist. Es gibt da natürlich jetzt
[00:18:17] aber teilweise schon Fintechs, die da versuchen ein bisschen was dagegen zu tun, wie Transferwise oder Revolut. Aber die kommen erstens auch teilweise nur auf 2% bis 3%. Dann im Falle von Transferwise dauerts relativ lange, weil das wird ja alles noch manuell überwiesen das Geld, das ist ja kein wirkliches Zahlungssystem. Und bei Revolut ist es so, dass es nur eine sehr sehr eingeschränkte
[00:18:36] Anzahl an Währungen gibt, die da angeboten werden. Also da werde ich ein Problem haben, wenn ich irgendwie Geld nach Indien überweisen will, weil die indische Rupie da
[00:18:44] nicht angeboten wird. Und da gebe ich dir Recht da kann
[00:18:47] Libra auf jeden Fall in Mehrwert leisten. Auf der anderen Seite sollen natürlich auch die Transaktionskosten jetzt gerade für die Menschen in Entwicklungsländern annähernd null sein, oder vielleicht sogar Null. Deswegen frage ich mich, ob das jetzt wirklich so die große Einnahmequelle
[00:19:02] sein kann.
[00:19:03] Ja, also das wird sich natürlich zeigen, zumal man auch bedenken muss, am Ende besteht die Libra Association aktuell aus 23 Unternehmen, das heißt alle Einnahmen werden am Ende dann durch 23 geteilt. Das heißt soviel würde dann wahrscheinlich am Ende wirklich nicht übrig bleiben.
[00:19:16] Die zweite Einnahmequelle sind natürlich die Zinseinkünfte aus den zugrundeliegenden Staatsanleihen.
[00:19:22] Also wir wissen jetzt auch durch das Update 2.0, dass eine Libra, egal in welcher Währung, von 80% Staatsanleihen und 20% praktisch Bank Deposits oder Cash
[00:19:35] gedeckt sein sollte. Und das ist natürlich eine sehr große Anzahl an Staatsanleihen. Und
[00:19:40] gleichzeitig für den LibraEUR wurde festgeschrieben, dass der LibraEUR ausschließlich durch Euro und durch Euro Staatsanleihen gedeckt sein muss. .
[00:19:49] Und wir wissen, wenn wir uns die aktuelle Entwicklung anschaut, einige Staatsanleihen notieren schon recht negativ.
[00:19:55] Allerdings, wenn man sich z.B. den US-Dollar anschaut, sind die Staatsanleihenrenditen noch positiv.
[00:20:01] Allerdings ergibt sich dann auch hier in der Situation, ähnlich wie du es gerade bei den Fees schon gesagt hast, dass der marginale Einnahmen hinzukommen, aber dass man da jetzt vermutlich nicht
[00:20:11] wirklich reich wird als Mitglied der Libra Association. Das ist ein ganz spannender Punkt finde ich, diese Reserve, und die Tatsache, dass da jetzt 80% in Staatsanleihen fließen. Ich glaube ich habe da letzte Woche auch schon kurz drüber
[00:20:22] gesprochen im Podcast, weil es ist tatsächlich so wie du sagst. Vor allem in der Eurozone,
[00:20:27] da notieren einige Staatsanleihen negativ, die US-Staatsanleihen sind gerade auf dem Weg dahin negativ zu notieren. Vor allem man muss ja auch sagen, es geht ja hier um sehr sehr kurzlaufende
[00:20:37] Staatsanleihen, also bis zu drei Monaten oder kürzer. Und wenn man auf Zinsen in den Nachrichten hört, wird da oft die zehnjährige Staatsanleihe genommen und die liegt normalerweise immer noch ein bisschen höher. Also gerade diese kurzlaufenden Staatsanleihen die sind sehr oft schon negativ.
[00:20:50] Und was da natürlich passieren würde ist, anstatt dass es eine eine zusätzliche Einnahmequelle für die Libra Association ist, wird es ein zusätzlicher
[00:20:58] Kostenpunkt. Und was ich daran so interessant finde ist, dass im Endeffekt... weil was dann passieren würde ist natürlich, diese Kosten muss ich wieder
[00:21:07] umwerfen auf die Transaktionskosten. Das heißt ich muss meine Transaktionsgebühr erhöhen, damit ich das irgendwie ausgleichen kann. Und
[00:21:13] durch diese Verbindung entsteht ein Link zwischen dem allgemeinen Zinsniveau in der Wirtschaft und
[00:21:18] den Libra Transaktionskosten. So etwas gibt's eigentlich nirgendwo oder hat bis jetzt noch nie gegeben, dass die Kosten eines Zahlungssystems vom allgemeinen Zinsniveau abhängen. Das finde ich relativ spannend.
[00:21:29] Absolute, das finde ich auch einen sehr sehr spannenden Aspekt und genau wie du es gerade gesagt hast, das noch faszinierendere daran ist, dass die Libra Association in diesem Whitepaper explizit gesagt hat,
[00:21:37] dass wenn die Zinsen praktisch so niedrig sind, dass das danach keine Einnahmen mehr zu generieren sind, wird es zu höheren Transaktionskosten führen.
[00:21:45] Also das fand ich wirklich interessant, weil diese Dokumente ja sehr sehr vorsichtig geschrieben wurden... dass die Libra Association hier schon wirklich jetzt nicht vielleicht damit plant, aber schon diese diese Strategie oder diese Option auch wirklich im Hinterkopf hat.
[00:21:57] Ja, ich glaube im Endeffekt wird wahrscheinlich das meiste Geld dann mit B2B Anwendungen verdient, das heißt Facebook hat beispielsweise mal davon gesprochen, dass auf
[00:22:07] der Facebook Plattform ganz ganz viele Unternehmen sind, vor allem viele KMUs, und die können aktuell noch nicht miteinander Transaktionen tätigen. Wenn die aber dann eine eine native Währung hätten dann gäbe es eben
[00:22:18] die Möglichkeit diese Facebook Plattform um Libra zu erweitern und dann kann man eben nicht nur Informationen austauschen über die Facebook Plattform sondern auch direkt
[00:22:26] Transaktionen tätigen. Also das ist denke ich
[00:22:29] ein spannender Use-Case. Ich glaube das ist jetzt auch ein guter Moment mal darüber zu sprechen, weil ihr habt ja auch noch einen ganz speziellen Use-Case von Libra
[00:22:36] im Kopf, mit dem dann im Endeffekt auch sehr gutes Geld verdient werden könnte. Und zwar diese Idee dass Libra Endeffekt eine Plattform werden könnte,
[00:22:44] um darauf verschiedene digitale Währungen aufzubauen, die eben dann auch programmierbar sind. Also vielleicht können wir mal über diesen programmierbaren digitalen
[00:22:54] Euro reden. Da habt ihr ja auch in eurem Medium Artikel letzte Woche großen Fokus darauf gelegt, eben auf diese generische Plattform.
[00:23:03] Was bedeutet denn vielleicht erstmal ganz allgemein Euro... was würde es bedeuten den Euro auf die Libra-Blockchain zu bringen? Und was wäre der Vorteil?
[00:23:12] Genau, also du hast es gerade schon gesagt, der wichtigste Vorteil ist wirklich von so Blockchain-Systemen, dass man dadurch Geld programmierbar machen kann. Also was das Ganze praktisch....
[00:23:21] Wie man das ganze bisschen erklären kann
[00:23:23] ist, dass man im Code der Blockchain definiert, wenn ein bestimmtes Event eintritt, dann wird ein Folgeevent ausgelöst. Und das kann man z.B. durch Smart Contracts
[00:23:34] durchführen, wies es z.B. heute auch schon auf die Ethereum-Blockchain der Fall ist.
[00:23:38] Wie man hierzu ein Beispiel denken kann, ist wenn ich jetzt als Privatperson z.B. ein Paket bekommen habe, angenommen es würde über die Blockchain 
[00:23:46] praktisch gespeichert werden... meine meine Daten über die Lieferung etc. könnte ich z.B. meinen Fingerabdruck bestätigen, dass das Paket wirklich bei mir angekommen ist.
[00:23:54] Nur durch diesen Fingerabdruck könnte dann eben passieren, dass automatisch im Hintergrund Zahlungen ausgelöst werden können.
[00:24:01] Und das passiert wirklich recht einfach auf diesen Blockchain Systemen und deswegen auch sehr sehr großer Vorteil der Libra-Plattform, dass auch diese programmierbares Geld
[00:24:11] hier abgebildet werden kann.
[00:24:12] Und das ist vor allem vom großem Vorteil, wenn man wirklich an die Maschine Economy denkt. Also wenn man vielleicht ein bisschen in die Zukunft schaut, wird es später Maschinen geben wie z.B. autonom Zahlungen tätigen.
[00:24:22] Man denkt vielleicht auch an ein autonomes Auto was jetzt z.B. tankt und vielleicht mit Bestätigung vom Fingerabdruck des Menschen dann automatisch das Tankgeld in Micropayment transferieren etc.
[00:24:33] Hier sind wirklich super viele Use Cases denkbar. Klar, das ist vielleicht heute noch nicht da,
[00:24:38] wenn man aber wirklich ein paar Jahren in Zukunft denkt, dann ergeben sich hier wirklich meiner Meinung nach beeindruckende Geschäftsmodelle.
[00:24:44] Aber ist da die Libra-Blockchain effizient genug, um gerade so Micropayment so Machine-to-Machine Payments abzuwickeln? Weil was ich jetzt gehört habe, sollen auf der Libra-Blockchain ungefähr 1000 Transaktionen pro
[00:24:55] Sekunde möglich sein; das wäre jetzt für eine Machine-to-Machine Economy wahrscheinlich noch viel zu wenig.
[00:25:01] Das ist es absolut richtig, ja. Wir sehen aber teilweise, wenn man z.B. jetzt in die Welt in China schauen mit der digitalen Zentralbankwährung, die die gerade einführen, dass die
[00:25:09] zumindest was man hört 300.000 Transaktionen pro Sekunde abwickeln wollen.
[00:25:14] Und das zumindest teilweise auf einem Blockchainsystem basiert. Das heißt, selbst wenn es jetzt 1000 Transaktionen wären, das wäre natürlich zu wenig, um wirklich alle Maschinen oder viele Maschinen anzubinden.
[00:25:24] Aber auch hier, die Libra Association betont ja auch immer, dass sie Ihr System weiterentwickelt.
[00:25:29] Dass auch der Konsensmechanismus in der Blockchain weiterentwickelt werden kann. Und vielleicht wird später auch eine Art Proof-of-Authority Konsensus hier
[00:25:37] eine Rolle spielen, wo eben dann nur weniger Parteien als jetzt gerade die Transaktion bestätigen müssen.
[00:25:43] Und das würde dazu führen, dass auch mehr Transaktionen pro Sekunde möglich sein werden. Also das heißt hier ist noch viel Entwicklung drin. Es steht ja auch die die Libra-Plattform noch nicht. Wir können die ja noch nicht sehen.
[00:25:54] Das heißt, hier können noch viele verschiedene Entwicklungen erwartet werden. Aber grundsätzlich besteht meiner Meinung nach das Potenzial, dass man auch einen Großteil der Machine-to-Machine Payments wirklich über so eine DLT-basierte Plattform auch abwickeln kann.
[00:26:07] Es gibt ja jetzt schon andere
[00:26:09] Player sage ich mal in diesem Markt, die auch schon den EUR auf der Blockchain - sogar aktuell - schon anbieten, ich glaube Cash-on-ledger ist da ein Beispiel, aus aus Köln wenn mich nicht alles täuscht. Wieso glaubst du jetzt, dass Libra da
[00:26:20] besser ist oder mehr Erfolg haben wird als die Konzepte die jetzt die es teilweise schon gibt und die soweit ich das überblicke auf der Ethereum-Blockchain
[00:26:28] aufbauen, oder auf einer anderen Art von permissioned Blockchain. Wieso glaubst du, dass Libra da da jetzt erfolgreich sein könnte?
[00:26:34] Absolut, also gerade gibt es wirklich schon einige Startups die sich in dem Bereich positionieren und hier z.B. auch - wie am Beispiel Cash-on-ledger oder auch Monerium aus Island - eine E-Geld Lizenz nutzen, um praktisch dann Fiatwährungen
[00:26:46] digital auf der Blockchain im abzubilden.
[00:26:49] Ich will nicht unbedingt sagen, dass Libra besser wäre als die anderen Alternativen, nur Libra hat eben den Vorteil, dass es eine eine riesengroße Plattform bieten kann
[00:26:57] und vermutlich über über einem Klick, über eine Einstellung, auch wirklich Millionen oder teilweise ja bis in die Milliarden Leute Zugriff zu dem Libra-Ökosystem haben können.
[00:27:07] Also das heißt, meiner Meinung nach ist das wirklich einfach eine Frage des Netzwerkes, was im Fall von der Libra Association mit Facebook, Spotify, Uber und wer auch noch in der Libra Association sitzt
[00:27:16] hier wirklich eine enorme Reichweite hat. Also ich finde das auf jeden Fall extrem spannend, dass ihr diesen Use Case programmierbarer E-Euro oder
[00:27:25] programmierbares Fiatgelddas so betont, weil offiziell ist das ja nicht der Use Case von Libra, also man liest davon ja im Whitepaper soweit ich das überblicke kein einziges Wort. Warum glaubst du, dass du es von der Libra Association nicht mehr gepusht wird dieses Thema?
[00:27:40] Also, ich denke, dass das natürlich ein bisschen auch so eine Marketing Geschichte ist. Also offiziell will die Libra Association mit ihrem Projekt ein soziales
[00:27:47] Motiv adressieren, nämlich dass eben mehr Leute Zugriff zum Finanzsystem
[00:27:52] bekommen und dass Transaktionskosten gesenkt werden. Das ist natürlich auch was - ich denke das sind wir uns alle einig - dass es so ein System braucht.
[00:27:59] Und das ist aber natürlich was, wenn man jetzt im Vordergrund... da dann jetzt noch mit reinbringt,
[00:28:04] dass es programmierbares Geld und Effizienzgewinne werden und so weiter, dann würde es meiner Meinung nach ein bisschen ablenken in Anführungszeichen von den sozialen Zielen, die die Libra Association mit dem Projekt verfolgt.
[00:28:15] Also ich würde sagen, es doch ein kleine Marketing-Geschichte, die hier vor allem abläuft. Also ich glaube es... Auf jeden Fall lässt sich das natürlich extrem gut verkaufen, dass man die Welt retten möchte, deswegen - da gebe ich dir recht - dass das sicherlich ein Stück weit
[00:28:28] Marketing ist. Aber ich bin ich bin gespannt, ob da von der Libra Association selbst dann auch noch ein bisschen mehr zu diesem Thema
[00:28:35] kommen wird. Wenn das dann so ist, glaubst du dann, dass Libra auch digitalen Zentralbankwährungen Konkurrenz machen könnte?
[00:28:42] Also hier fand ich wirklich auch sehr spannend eine weitere Neuerung in dem im Konzept 2.0 und zwar hat die Libra Association gesagt, dass man im Endeffekt digitale Zentralbankwährungen also CBDCs wirklich
[00:28:53] recht einfach integrieren kann.
[00:28:55] Und ich fand es sehr spannend ausgedrückt in den Whitepaper, wil hier praktisch fast schon gesagt wurde, dass sich die Libra Association drüber freuen würde, wenn das der Fall sein sollte, weil sie dann eben nicht mehr die Libra Reserve verwalten müsste und praktisch
[00:29:07] die Infrastruktur hier bereitstellen, sondern sie könnte ein Produkt nehmen was schon existiert und was von Zentralbanken ja praktisch kommt. Ja und ich glaube... auch das glaube ich ihnen sofort, dass sie sich da freuen, weil das würde nämlich bedeuten, dass sie das Zahlungssystem,
[00:29:20] das ja weltweit dann genutzt wird verwalten und natürlich jede einzelne Transaktion, die weltweit getätigt wird läuft über deren System und sie cashen da wahrscheinlich jedesmal - und wenn es auch nur im Promillebereich ist - etwas ein. Ja da kann ich mir gut vorstellen, dass sie jeden gerne einladen,
[00:29:35] auf ihre Blockchain zu kommen.
[00:29:38] Absolut, absolut. Also ich meine klar, jedes Mal wenn man nicht die Reserve hätte, würden einem natürlich in Zeiten von positiven Zinsen ein bisschen was praktisch verloren gehen an Zinseinnahmen. Aber alleine den administrativen Aufwand und die Gebühren, die man dann wieder an die Designated Dealers zahlen müsste,
[00:29:52] dann gebe ich dir absolut recht, dass es am Ende wahrscheinlich wirklich lukrativ wäre auf eine CBDC zurückzugreifen.
[00:29:57] Also das heißt für mich, ich finde dieses Zusammenspiel von Libra und CBDC sehr spannend
[00:30:03] und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es hier zu einer Substitution kommt, sondern eher das z.B. potentiell in ein paar Jahren die CBDCs über die Libra-Plattform angeboten werden.
[00:30:13] Ja, das ist wirklich eine spannende Frage. Ich kann mir das ganz ehrlich gesagt nicht vorstellen, zumindest wenn ich das verfolge, was aus den Zentralbanken zu hören ist. Die sagen nämlich alle sie wollen unbedingt die Infrastruktur
[00:30:25] selbst anbieten, wenn sie denn mal so eine
[00:30:27] CBDC rausbringen. Ich habe da einen Tweet dazu abgelassen vor 1-2 Tagen, da wird seitdem ganz ordentlich dazu diskutiert. Da habe ich ungefähr geschrieben, dass das was wir aktuell eigentlich beobachten nach der nachdem jetzt Libra auch wieder
[00:30:41] geupdated wurde, ist so ein Kampf um das Base Layer unseres Zahlenungssystems. Also wer soll denn das Grundgerüst unseres Zahlensystems
[00:30:50] anbieten? Und das sind einmal natürlich die Zentralbanken, was dann im Endeffekt der Staat ist, durch eine CBDC mit eigener Blockchain-Technologie;
[00:30:58] das wäre dann "money of the state". Ja, dann haben wir
[00:31:01] die Libra Association als Beispiel für eine privates Konsortium an Unternehmen, das das Zahlungssystem anbieten will. Das wäre dann "money of the corporation". Und last but not least
[00:31:11] haben wir natürlich auch noch sowas wie Bitcoin, das muss man hier natürlich auch erwähnen, die natürlich versuchen mit der Bitcoin Blockchain und mit der Bitcoin Währung auch versuchen das Base Layer und die Reservewährung
[00:31:22] anzubieten. Das finde ich sehr interessant Aspekt und ich meine klar da wollte ich vermutlich die Zentralbanken nicht ihre Vormachtstellung oder auch wenn ihr ihn versteht vornehmen lassen.
[00:31:31] Für mich wird es dann allerdings spannend zu sehen sein, wie man das dann verbieten wollen würde.
[00:31:37] Also angenommen Libra würde jetzt durchgehend bei den Regulatoren und wäre jetzt dann auch in drei vier Jahren live und reguliert.
[00:31:43] Wenn man dann sagen würde man setzt jetzt statt dem LibraEUR eine CBDC ein...
[00:31:49] Ich persönlich weiß nicht wie da der Gesetzgeber noch noch mitreden kann, weil heutzutage ist es ja z.B. auch...
[00:31:54] Ich meine ich könnte jetzt ja Euros nehmen, die irgendwo sammeln und bei einem Treuhänder hinterlegen und die dann auf die Blockchain bringen und es könnte mir auch keiner verbieten.
[00:32:02] Ich glaube da wird es rechtlich wirklich spannend, ob da überhaupt die Zentralbank dann noch eine Chance hat mit zu reden, oder ob es vielleicht schon zu spät ist.
[00:32:08] Ja, absolut also ich glaube da da das ist ein guter Punkt, das Libra eventuell Fakten schafft, bevor Zentralbanken überhaupt mal ihre Prototypen bauen. Trotzdem glaube ich -
[00:32:18] und das kann die Zentralbank natürlich schon selbst entscheiden - glaube ich nicht, dass es eine digitale Zentralbankwährung auf dem Libra-Zahlungssystem geben wird.
[00:32:27] Im Endeffekt ist aber natürlich die Frage - und das hast du gerade finde ich richtig gesagt - wenn wenn wir jetzt mal zwei drei Jahre mit einem super funktionierenden Librasystem Transaktionen tätigen und dann die Zentralbanken kommen und sagen hier ist jetzt unsere tolle neue digitale Zentralbankwährung,
[00:32:42] dann ist natürlich schon die Frage, ob es dann wirklich funktioniert die Menschen zum Wechseln zu bewegen. Aber auch da gibt's finde ich einige Vorteile die so eine digitale Zentralbank Währung hat und zwar beispielsweise
[00:32:53] hast du weniger Risikovektoren. Also du musst eben nicht wie die Libra Association ein Reservemanagement betreiben, musst da schauen, dass immer genug Reserve und Deckung da ist, weil als Zentralbank
[00:33:04] kreiere ich die Währung selbst. Ja, das ist denke ich der große wichtige Unterschied: Eine CBDC ist nicht nur ein Zahlungsnetzwerk, sondern auch eine eigene Währung und Libra leiht sich die Währung
[00:33:14] von den Zentralbanken und deswegen ist Libra da im Endeffekt immer so ein kleines bisschen
[00:33:18] im Nachteil. Ich denke, dass am Ende wirklich viel davon abhängen... also klar natürlich, wer als erstes da sein wird. Und da vermute ich fast, dass es Libra ist, weil auch in der Eurozone,
[00:33:27] selbst wenn so eine CBDC kommt, würde es bestimmt noch ein bisschen dauern. Und zweitens auch wirklich wie einfach ist es damit Geld zu senden.
[00:33:34] Also würde Libra tatsächlich in WhatsApp, Instagram, Facebook integriert werden und wirklich per Ein-Klick mein Geld überweisen könnte,
[00:33:41] ist für mich die Frage, warum sollte ich mir es noch eine zusätzliche App runterladen wo ich mich vielleicht noch dreimal identifizieren muss oder wie jetzt hier auch mit dem
[00:33:48] aktuellen... mit den Banken, wo ich dann noch eine extra Tan brauche, das noch bestätigen muss. Also ich denke da steht und fällt sehr viel mit der Benutzerfreundlichkeit am Ende.
[00:33:58] Könnte ein spannender der Wettkampf in Anführungszeichen werden. Das ist vielleicht auch ein ganz guter Stichpunkt, um mal ins nächste Thema zu gehen. Ich würde gerne... wir haben uns ja vorgenommen auch noch mal drüber zu reden, wie denn Libra sich jetzt von ähnlichen oder anderen
[00:34:11] Projekten aus dem Bereich der digitalen Währungen unterscheidet. Und im Endeffekt haben wir jetzt gerade schon drüber gesprochen wie sich Libra von so einer digitalen Zentralbank
[00:34:21] Währung
[00:34:22] unterscheidet. Also klar, ich habe gesagt Libra ist eben ein privates Design und digitale Zentralbankwährungen wären wirklich der Staat
[00:34:32] Ich tendiere wie gesagt eher dazu, dass der Staat dieses Base Layer,
[00:34:36] dieses Zahlungsgrundgerüst anbieten sollte. Aber fair enough, wenn Libra da jetzt einen guten Job macht, kann es auch sein, dass Fakten geschaffen werden und dann eben wir in ein paar Jahren dumm aus der Wäsche schauen.
[00:34:47] Wir haben jetzt in China auch noch diese DC/EP, also die chinesische digitale Zentralbankwährung. Glaubst du das könnte irgendwie zur Konkurrenz für Libra werden?
[00:34:58] Also ich denke theoretisch könnte dieses DC/EP Projekt natürlich auch für ausländische Investoren und für Transaktionszwecke genutzt werden,
[00:35:07] allerdings muss ich sagen bin ich hier recht skeptisch, ob das am Ende wirklich auch von der Zentralbank zugelassen
[00:35:12] werden wird. Hier sind ja gerade - auch sehr spannend - letzte Woche gab es hier auch erste... praktisch einen
[00:35:18] ersten Anlauf des Prototyps, so dass es jetzt in vier Provinzen in China auch wirklich diese CBDC schon live ist. Ich denke aber auch hier, dass es noch ein bisschen Zeit dauern wird, bis hier wirklich alle...
[00:35:28] Das in Gänze auch wirklich live ist und auch die ganzen Eigenschaften des Systems auch wirklich äh klar werden würden. Also ich persönlich erwarte hier keine direkte Konkurrenz für Libra.
[00:35:38] Ich weiß, dass es hier bei dem Podcast auch sehr viele Leute gibt, die aus der Bitcoin Ecke kommen und sich sehr gut mit Bitcoin auskennen, deswegen wäre es vielleicht auch ganz interessant, dass wir uns noch mal genauer über die Unterschiede zwischen Libra
[00:35:51] und Bitcoin unterhalten. Generell ist es ja so für jemand, der da völlig außen vor ist, der sich jetzt nicht so gut mit diesen
[00:35:59] digitalen Währung auskennt, der sieht: Ja, ok das sind beides in einer Art und Weise digitale Währungen, es wird bei beiden mehr oder weniger von Blockchain gesprochen,
[00:36:07] beide sind Zahlungssysteme, beide scheinen in der Art und Weise programmierbar zu sein. Was ist denn für dich jetzt so der größte Unterschied zwischen Libra und Bitcoin?
[00:36:16] Also das ist auch eine Frage, die ich recht oft gestellt bekomme oder wo auch in Twitter sehr sehr viel diskutiert wird, weil natürlich Bitcoin-Anhänger sagen, dass Libra so die schlechteste Ausgestaltung von der Blockchain-basierten Plattform ist.
[00:36:28] Bitcoin ist natürlich sehr sehr dezentral. Die Konsensustools sind zensurresistent
[00:36:34] ets. Das hast du natürlich mit Libra nicht. Es wird praktisch gemanagt von ein paar Unternehmen, die teilweise wirklich sehr machtvoll sind, wie Facebook.
[00:36:41] Die schreiben praktisch die Regel vor, wenn man so will. Also das heißt, die schreiben auch vor, wer darf in die Plattform wer darf nicht in die Plattform. Das heißt zwei der wichtigsten Blockchain Eigenschaften zumindest auf
[00:36:52] Grundlage von den Bitcoin Enthusiasten sind hier auf jeden Fall nicht mehr gegeben.
[00:36:57] Was für mich ein Vorteil sein kann in dem ganzen Libra-Netzwerk ist, dass wenn man über Libra eben Smart Contracts - also dieses Thema programmierbares Geld - abwickeln kann, ist es bei Bitcoin tatsächlich nicht so
[00:37:07] nicht so der Fall, da gibt es war der erste Projekte, die das auch ein bisschen einführen wollen, allerdings ist das er dann Ethereum, wo so programmierbares Geld möglich ist.
[00:37:16] Man kann da sehr sehr viele Unterschiede aufzählen. Auch alleine das Geldangebot. Bbei Bitcoins ist die Geldmenge auf maximal 21 Millionen begrenzt.
[00:37:25] Bei Libra ist es nachfragegetrieben und kann im Endeffekt dann... ja steigt eben an, je nachdem wie die Nachfrage steigt; kann eigentlich dementsprechen fast unendlich groß werden.
[00:37:34] Also da gibt's wirklich sehr sehr viele Nachteile und eigentlich ist für mich was übrig geblieben ist wirklich nur die zugrundeliegende Technologie.
[00:37:42] Die Blockchain-Technologie - wobei streng genommen, wenn wir auf Libra gehen es sich ich hier gar nicht um Blockchain-Technologie handelt,
[00:37:48] weil es gar keine Blöcke gibt, sondern immer eigene einzelne Datenbankeinträge, die sich aneinanderreihen.
[00:37:54] Sehr streng genommen ist es eigentlich gar keine Blockchain mehr, aber man kann zumindest als Distributed Ledger Technologie an sich einordnen. Genau, ich denke das Wort Blockchain wird sowieso relativ frei verwendet. Also da habe ich auch schon lange Diskussionen geführt. Es ist absolut so und es würde auch
[00:38:09] überhaupt keinen Sinn ergeben die Transaktionen von Libra in Blöcken irgendwie zusammenzuführen, weil
[00:38:14] du musst ja, also... es ist ja kein proof-of-work, wo du dann versuchen musst möglichst effizient Transaktionen zu bündeln in Blöcken.
[00:38:20] Also von daher... aber ja, wie du sagst Blockchain-ähnliche Technologie wird verwendet. Dieser Punkt mit der Geldpolitik den den fand ich noch interessant, den du gerade gemacht hast. Es ist es ja tatsächlich so, dass die Bitcoin
[00:38:31] Geldpolitik, die ist ja vordeterminiert kann man sagen. Wir wissen genau maximal
[00:38:36] 21 Millionen. Was wir auch noch wissen ist ja der Weg dahin. Den kennen wir ja auch ganz genau. Es ist ja jetzt Anfang Mai... Anfangbis  Mitte Mai gibt's das nächste Halving, wo dann die Block Rewards wieder halbiert werden. Also wir wissen genau ab welchem neuen Block
[00:38:49] eben das Geldmengenwachstum bei Bitcoin halbiert wird und absinkt. Und deswegen können wir jetzt schon genau sagen, oder relativ genau, wann es wie viee Bitcoins
[00:38:58] geben wird. Und bei Libra ist es eben
[00:39:00] anders, da ist es nachfragegetrieben. Das heißt es werden immer so viel Libra Coins, LibraEUR, LibraUSD im Umlauf sein, wie nachgefragt wird.
[00:39:10] Das finde ich noch interessant, weil das muss man noch mal klarmachen und auch unterscheiden von der Geldpolitik der EZB oder der Fed. Die ist nämlich nur zu einem gewissen Teil nachfragegetrieben. Die kann nachfragegetrieben sein, da gibt's Pakete ud Tools, die sind eher nachfragegetrieben.
[00:39:24] Wenn wir uns aber Staatsanleihenkäufe anschauen z.B. da entscheidet die
[00:39:28] ECB oder die Fed wie viel Neues Geld sie in den Markt gibt. Wenn sie sich entscheidet anstatt 50 Milliarden
[00:39:35] 60 oder 70 Milliarden Euro an Staatsanleihen im Monat zu kaufen. dann steigt die Geldmenge eben schneller von daher ist die Libra Assocaition da noch mal ein ganzes Stück defensiver was die
[00:39:46] Geldpolitik anbelangt. Man kann sogar sagen, die Libra Association macht eigentlich selbst gar keine Geldpolitik, sie reagiert einfach nur auf die Nachfrage nach Libra-Token.
[00:39:56] Richtig und das ist ja auch was die Libra Association immer betont, dass sie eben keine eigene Geldpolitik machen, dass sie auch in dem Sinne keine Konkurrenz
[00:40:04] für die nationalen Zentralbanken darstellen mit ihrer Libra-Plattform. Wobei, ich find's ganz interessant, ich glaube du bist eher der Experte, was unkonventionelle Geldpolitik angeht.
[00:40:14] Allerdings wenn man jetzt anschaut, dass die Libras zu 80% aus kurzfristigen Staatsanleihen gedeckt sind,
[00:40:20] dann kann das ja schon wirklich auch dann ähnliche Wirkungen auf dem Markt entfalten wie so ein asset purchase program z.B. der EZB. Angenommen Libra würde eine sehr große Reichweite und auch eine Größe erreichen.
[00:40:32] Ja das stimmt, das ist ein guter Punkt
[00:40:35] mit dem Unterschied natürlich das in dem Zusammenhang kein neues Geld geschaffen wird, weil wenn die Zentralbank eine Staatsanleihe kauft, dann gibt sie dafür ja neue selbst geschaffene Euros in den Markt. Wenn das die Libra Association macht, dann tauscht sie ja im Endeffekt nur...
[00:40:48] Also es ist einfach ein Player am Markt, der Staatsanleihen kauft und dafür Euro 
[00:40:52] ausgibt oder eben umgedreht. Genau, genau, Geld entsteht natürlich keines, aber die Anpassung für Zinssätze auf die Staatsanleihen ist dann wahrscheinlich...
[00:41:01] also vom Volumen her zumindest in einer ähnlichen Größenordnung. Ja, je größer Libra... dann könnte das wirklich zum Problem werden, weil die Libra Association
[00:41:10] diese Staatsanleihen ja auch zu einem sehr großen Teil dann auch in ihrer Bilanz hält. Und es ist tatsächlich jetzt heutzutage schon ein sehr sehr großes Problem, wenn man sich z.B. die deutsche Staatsanleihe ansieht. Die wird ja
[00:41:21] im Finanzmarkt ganz ganz oft als Collateral, als Sicherheit, benutzt. Da war die EZB
[00:41:27] by the way vor paar Tagen ganz groß in der Presse, weil diese Anforderungen für das Collateral - für die Sicherheiten die benutzt werden dürfen bei der EZB - die wurde nochmal abgesenkt jetzt wegen der Coronakrise. Also das macht auch nochmal deutlich, dass diese Collateral das habt einen extrem
[00:41:41] extrem großen Stellenwert bei uns in der Wirtschaft. Ohne Collateral würde nichts laufen und
[00:41:46] ganz ganz beliebtes collateral und ganz ganz beliebtes Sicherheit ist eben die deutsche Staatsanleihe, die wird ganz ganz oft benutzt, um Transaktionen zu besichern.
[00:41:54] Das heißt wenn ich mir von dir Geld leihe, dann kann es sein, dass du von mir eine Sicherheit haben willst ,weil du mir nicht vertraust. Und deswegen ist es so wichtig. Und wenn jetzt die Libra Association herkommt und eine gewisse Größe hat
[00:42:05] und sagt "okay ich bin jetzt gezwungen ein gewisse Anzahl an deutschen Staatsanleihen zu kaufen", dann kann es natürlich sein, dass diese Staatsanleihen knapp werden auf diesem Markt
[00:42:13] und nicht mehr genug davon zur Verfügung stehen, um um als Sicherheit benutzt zu werden. Und das sehen wir heute schon. Ohne Libra Association habe ich die Probleme schon. Und das könnte dann tatsächlich auch noch ja sich sich verschlimmern diese Situation.
[00:42:24] Richtig, als da wird es wirklich spannend, wenn Libra sehr sehr groß werden sollte und vielleicht auch im zwei dreistelligen Milliardenbereich - ich meine ausschließen will ich es jetzt nicht, auch wenn das natürliche sehr sehr weit weg ist -
[00:42:35] weil dann wirklich dadurch ja auch durch die Maßnahmen der Libra Association auch wirklich die Marktpreise ja beeinflusst werden können, wenn jetzt die Libra Association sagen würde:
[00:42:43] "Wir wollen jetzt nicht nur noch ein bis zu drei Monaten Fälligkeit Staatsanleihen kaufen sondern,
[00:42:48] bist du in 5 Jahren" z.B., dann würde das ja wirklich auch dann bei dem Volumen was dahinter steckt, das ist ja wirklich eine enorme Größe, möglicherweise könnte dass die Marktpreise tatsächlich beeinflussen.
[00:42:59] Ein Unternehmen das immer verglichen wird mit Libra ist PayPal, aber ich habe das Gefühl, dass jeder zweite auf mich zugekommen ist und gesagt hat, Libra ist doch dasselbe wie PayPal.
[00:43:10] Was sind denn deiner Meinung nach, die Unterschiede zwischen Libra und PayPal, vielleicht noch als letztes Projekt, das wir so als Vergleich herziehen.
[00:43:17] Was ich denke, wenn man sich jetzt wirklich Libra auch bei uns anschaut und sich jetzt den LibraEUR anschaut, den es dann potenziell gibt,
[00:43:25] ist das wirklich wieder der hauptsächliche Vorteil, dass dann der LibraEUR
[00:43:28] auf einer DLT basiert und dass man da wieder programmierbares Geld hätte, was mit dem besprochenen Automatisierungs- und Effizienzgewinn einhergehen könnte. Also die technologische Basis ist natürlich eine ganz andere.
[00:43:40] Und ich finde der zweite Hauptunterschied wird dann deutlich, wenn man an die Schwellen- und Entwicklungsländer denkt,
[00:43:45] weil das Ziel von Libra ist ja wieder ja da die finanzielle Inklusion zu fördern und die cross-border payments Transaktionsgebühren zu senken.
[00:43:53] Und wenn ich jetzt in PayPal an Dich Geld überweise, dann ist das ja in dem Sinne kostenfrei und was wir aber ja brauchen für Paypal, ist entweder ein Konto oder eine Kreditkarte.
[00:44:02] Und das ist natürlich oft so, dass diese unbanked people
[00:44:05] genau das nicht haben, das heißt die können in dem Sinne selbst, wenn es in dem Land PayPal gibt, PayPal so wie ich das verstanden habe, bisher nicht nutzen, weil die eben kein Bankkonto
[00:44:15] haben, auch keine Kreditkarte und vielleicht möglicherweise nicht mal ein Ausweisdokument.
[00:44:20] Und da könnte eben Libra möglicherweise, je nachdem wie diese Unhosted Wallet ausgestaltet sind, ins Spiel kommen
[00:44:26] und wirklich enorme Gewinne und auch Unterschiede zu Paypal dann bieten.
[00:44:30] Ja, das sehe ich genauso. Das ist auch so der Klassiker, glaube ich, so unter... wenn man sich mit Leuten in der westlichen Welt über solche Projekte
[00:44:37] unterhält und da gehört Bitcoin genauso dazu, dann ist es natürlich immer die westliche Brille, die wir auf haben und sagen ja wozu brauchen wir denn das überhaupt, das ist doch völliger Quatsch, weil wir können das gar nicht brauchen. Und das es aber eventuell auch
[00:44:50] außerhalb, oder mal über den Tellerrand geschaut, eventuell doch Use Cases für sowas gibt, da kommen dann Viele nicht drauf.
[00:44:57] Richtig, siehst du da noch einen Hauptunterschied, das würde mich auch interessieren?
[00:45:02] Ja, also vielleicht ein Punkt den du auch gerade genannt hast, dass Paypal ja kostenlos ist, das stimmt für die Nutzer. Im Hintergrund ist PayPal aber relativ teuer, denn für den Händler ist es weit davon entfernt kostenfrei zu sein. Also die Händler tragen doch schon noch relativ hohe Kosten. Das heißt gerade für Händler
[00:45:17] könnte es da Anreize geben dann auf die Libra-Plattform zu wechseln, ansonsten sehe ich das sehr ähnlich wie du, dass vor allem was die Programmierbarkeit
[00:45:27] eben der Unterschied ist, die Smart Contracts und dieser Zugang zum Finanzsystem. Und du hast es auch gesagt, dass die Technik ist natürlich eine völlig andere und hat ganz andere Möglichkeiten. Ich sehe da
[00:45:39] eher Unterschiede als Gemeinsamkeiten, auch wenn ich verstehe, dass jemand der sich nur oberflächlich damit befasst
[00:45:44] eventuell im ersten Moment glauben kann, dass es dasselbe ist. Ja das ist wirklich eins sehr spannender Effekt mit den Händlern im Hintergrund, weil wenn die da auch ordentlich an Gebühren zahlen, das kann sich durch Libra natürlich ändern, je nachdem wie das System ausgestaltet wird und wie hoch auch die Spreads im Libra-Netzwerk werden.
[00:45:59] Aber potentiell kann das ja dann wirklich auch ordentliche Vorteile für die Händler bieten. Das stimmt ja auf jeden Fall.
[00:46:05] Ja, lass uns doch vielleicht mal einen kleinen Ausblick wagen. Es wurde ja offiziell angekündigt, dass Libra noch Ende 2020
[00:46:13] kommen soll. Es wurde jetzt auch gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Whitepapers gleich noch eine Lizenz als Zahlungssystem in der Schweiz beantragt. Also die Libra Association ist ja in der Schweiz beheimatet und in der Schweiz hat die FINMA,
[00:46:28] die Hoheit über das die Finanzmarktaufsicht.
[00:46:31] Und da hat die Libra jetzt letzte Woche auch noch einen Regulierungsantrag gestellt. Sie will da als sogenanntes Zahlungssystem beantragt werden.
[00:46:39] Also es geht voran, aber glaubst du, dass das ganze Projekt jetzt im Jahr 2020 noch live gehen kann.
[00:46:47] Also im letzten Konzept 1.0 hiess es ja noch, dass man im ersten Halbjahr 2020 live gehen möchte. Das ist natürlich jetzt auch durch die Änderungen absolut unrealistisch.
[00:46:57] Ich persönlich glaube auch dass es unrealistisch ist das in der zweiten Jahreshälfte Ende 20/20 Libra live gehen wird.
[00:47:05] Wenn man bedenkt, dass die Libra Association ja jetzt bereits einen Antrag bei der FINMA eingereicht hat, um praktisch, wenn man so will, reguliert zu werden. Ist hier noch das Problem, dass die Schweiz ja nicht Teil der EU ist und dementsprechend diese sogenannten Passporting Regeln nicht
[00:47:20] für Libra gelten. Das heißt, selbst wenn Libra in der Schweiz relativ schnell eine Lizenz bekommt,
[00:47:24] müsste man auch wenn ich kein Rechtsexperte bin aber höchstwahrscheinlich auch bei der BaFin noch an eine Lizenz praktisch beantragen und die erst bekommen.
[00:47:32] Und ich glaube allein um in Deutschland zu operieren. Und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass diese beiden Regulierungsbehörden wirklich so schnell handeln werden,
[00:47:41] zumal bei Libra ja auch immer wieder betont wird, dass es nicht nur die ein, zwei Zentralbanken und auch Auffsichtsbehörden Regulatoren sind, sondern dass der weltweite Regulatoren praktisch mitsprechen und die das mit wenn man so will auch gemeinsam vorgehen, gemeinsam unter die Lupe nehmen.
[00:47:55] Ja ich glaube auch, dass Libra jetzt nicht gleichzeitig in mehreren Ländern oder in den wichtigsten Ländern
[00:48:00] kommen wird. Ich denke es wird erstmal vielleicht in kleineren Ländern und eventuell ist da die Schweiz sogar ein Kandidat erstmal so wie jetzt ähnlich wie die chinesische
[00:48:08] Zentralbankwährung in kleinerem Maßstab erstmal getestet
[00:48:11] werden. Ich habe mich zufällig hatte ich die Möglichkeit mich vor einigen Wochen an der an der Uni als der Coronawahnsinn noch nicht ausgebrochen war, konnte ich mich mit Mark Branson unterhalten, er ist der Chef der FINMA in der Schweiz, also das war noch 
[00:48:25] vor der Veröffentlichung des Whitepapers und da habe ich ihn gefragt -
[00:48:28] damals war's ja dann so, dass man schon lange nichts mehr von Libra gehört hat - wie so die Verhandlungen sind und wie es war so die FINMAzu der ganzen Sache denkt. Und er kam mir extrem offen vor, also er hat erstmal gesagt, die FINMA ist offen gegenüber Innovationen, das ist jetzt natürlich eine Herausforderung
[00:48:42] die sie annimmt; und er hat noch mal drüber gesprochen, dass man eben Libra als Zahlungsystem
[00:48:48] regulieren will das haben hat die Finma selbst vorgeschlagen mehr oder weniger als Zahlungssystem; und er hat natürlich keine Details genannt zur Verhandlungssituation. Er was sicherlich damals schon relativ gut im Bild.
[00:49:02] Und ja eventuell wäre das wirklich eine Möglichkeit, dass die erste Librawährung eine LibraCHF ist.
[00:49:09] Absolut, was mich eigentlich hier gewundert hat, ist auch wirklich dass der Schweizer Franken nicht im Whitepaper genannt ist als möglicher erster Stablecoin.
[00:49:17] Das stimmt. Das fand ich wirklich überraschend, weil ich auch gedacht habe die Strategie die du gerade vorschlägst könnte doch wirklich zielführend sein sich dort ist schnell regulieren zu lassen dann so eine Schweizer Franken anzubieten.
[00:49:27] Und dann Libra praktisch zu starten.
[00:49:29] Ja, ich glaube allerdings, dass das wirklich dann jetzt auch wegen des Whitepapers, entweder sie haben es ganz vergessen, kann ich mir aber eigentlich nicht vorstellen. Ich glaube es ist so ich meine die
[00:49:38] haben natürlich jetzt erst mal gesagt "Wie würde das Libra Projekt aussehen?" und dann sagen sie natürlich "Ok, es wird natürlich ein LibraUSD geben und LibraEUR. Dass der erste Schritt vielleicht erstmal lieber Schweizer Franken ist oder eine Libra norwegische Krone
[00:49:51] das steht auf einem anderen Blatt, weil sie haben ein Whitepaper überhaupt nicht darüber gesprochen was jetzt die konkreten
[00:49:57] ersten Schritte sind um live zu gehen. Aber ich könnte mir selbst wenn das jetzt nicht im Whitepaper steht, schon vorstellen, dass das so ablaufen könnte. Das könnte sein.
[00:50:06] Es gab ja... was ich jetzt denke ich wichtig finde
[00:50:09] sind mal die erste Reaktionen so der Regulierungsbehörden abzuwarten, dann kann ich zumindest besser einschätzen, wie das Ganze jetzt aufgenommen wird und
[00:50:17] dann vielleicht doch eingeordnet wird. Ich weiß nicht, ob du das schon einige Reaktionen mitbekommen hast. Ich weiß, das Handelsblatt hat da einen Artikel veröffentlicht den kann ich gerne mal in den Shownotes
[00:50:27] verlinken. Hast du da irgendwas mitbekommen von Politikern oder Regulierungsbehörden, die sich da schon geäußert haben?
[00:50:32] Ich habe tatsächlich bisher überraschenderweise auch nur diesen Handelsblattartikel dazu und gelesen; also irgendwie halten sich da Regulatoren und Politiker noch merklich zurück, vielleicht auch, weil sie sich das erst noch mal genauer anschauen wollen. Das würde ich prinzipiell begrüßen,
[00:50:45] weil die Reaktion nach Libra 1.0 man teilweise schon schnell gemerkt hat, dass das Konzept eigentlich nicht ganz verstanden wurde. Aber hier bin ich auch sehr gespannt was die nächsten Wochen hier noch bieten werden.
[00:50:55] Ja, also ich habe noch einen Kommentar gelesen vom Andreas Krautscheid er ist der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken.
[00:51:04] Er hat natürlich gesagt, dass wir aufpassen müssen, dass sich das Kräfteverhältnis der Zahlungsdienstleister in Europa verschiebt sich. Also die Banken habe natürlich Angst, da jetzt
[00:51:13] Geschäfte zu verlieren. Er hat dann auch davon gesprochen, dass wir nicht zuviel in Abhängigkeit von amerikanischen und chinesischen Unternehmen kommen dürfen. Da hat er eventuell etwas vernachlässigt, dass die Libra Association
[00:51:25] in der Schweiz sitzt. Aber da hat man schon eher gemerkt, dass da Respekt... also wird auf jeden Fall ernst genommen das ist klar dieses Projekt. Und
[00:51:33] ich habe noch ein Tweet gelesen vom Vize Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag Fabio De Masi. Er ist nämlich, habe ich das Gefühl, auch immer relativ aktiv wenn es um das Thema Libra geht.
[00:51:43] Er redet aber ständig davon... er redet eigentlich nicht von der Libra Association, sondern eigentlich nur von Facebook und davon, dass Facebook jetzt zu einer Schattenbank wird und davon dass jetzt Facebook alle
[00:51:54] Zahlungsdaten klaut. Ja, also ist nicht sonderlich... inhaltlich nicht sonderlich wertvoll. Ich meine das wurde ja nach dem ersten Whitepaper
[00:52:02] sehr oft gespielt diese Karte, dass Facebook jetzt unsere ganzen Daten klaut. Ich glaube sollte jetzt den meisten klar geworden sein, dass die Libra Association und Facebook
[00:52:11] eben nicht dasselbe sind. Facebook ist ein Mitglied von 23. Facebook habe ich gehört
[00:52:16] stellt mittlerweile weniger als 10% des Fundings und was ich auch noch mal wichtig finde klarzustellen ist, dass die Zahlungsdaten, die liegen ja bei dem Wallet im Endeffekt; also nur deine Wallet kennt dich
[00:52:27] und nur deine Wallet sieht deine Transaktionen, beziehungsweise kann die mit deiner Funktion verknüpfen und wir haben alle die Möglichkeit die Calibra Wallet zu wählen, das wär die Wallet die zu Facebook gehört.
[00:52:37] Da wurde zwar auch versprochen, dass die Daten nicht mit dem Facebook Profil gemerget werden sollen, aber wenn ich dann Facebook nicht vertraue, dann nutze ich eben nicht die Calibra Wallet, sondern eine der anderen Wallets, die es da geben wird, also ich sehe da nicht so viel Probleme
[00:52:49] wie viele viele der Politiker, die da ihre Kommentare dazu abgegeben haben.
[00:52:53] Absolut also ich ich auch nicht und die Punkte die du jetzt betont hast sind wirklich sehr sehr sehr wichtig, weil auch da die  Argumente höre ich so oft aber sie sind halt einfach nicht richtig
[00:53:02] Und auch das Thema Facebook als Schattenbank ich meine im Endeffekt werden sie ja reguliert werden. Also da wird kein Weg dran vorbeiführen und deswegen wäre dann auch der dritte Ausdruck hier eben "Schattenbank" auch in dem Kontext nicht wirklich angemessen.
[00:53:15] Und wer natürlich auch immer ganz vorne dabei ist ist Olaf Scholz.
[00:53:18] Er hat sich jetzt glaube ich wieder geäußert. Er hat sich ja nach dem ersten Whitepaper schon geäußert und hat damals hat er sich fast ein bisschen blamiert, weil er gesagt hat, das Geld muss zu 100% vom Staat kommen. Das darf also niemand anderes übernehmen.
[00:53:31] Bis ihn dann jemand darüber aufgeklärt hat, dass im Endeffekt über 90% unseres Geld eigentlich von Banken kommt und nicht vom Staat.
[00:53:38] Und ich glaube jetzt hat er wieder einen ähnlichen Kommentar abgegeben. Ich habe das gar nicht mehr genau im Kopf. Aber er ist auf jeden Fall sehr erpicht darauf - ich meine was will man anderes erwarten von einem Finanzminister - dass das Geldsystem natürlich in staatlicher Hand bleibt.
[00:53:51] Absolut. Der Kommentar von von Olaf Scholz die ich gelesen habe, ging auch wirklich in die gleiche Richtung wie vom letzten Jahr.
[00:53:57] Also entweder es wurde vielleicht auch das gleiche Zitat wie im letzten Jahr verwendet, oder es hat sich an seiner Einschätzung wirklich nichts geändert, aber das würde zeigen, dass eben das Konzept nicht 100% verstanden wurde, um es mal vorsichtig auszudrücken.
[00:54:10] Ja es bleibt auf jeden Fall spannend würde ich sagen. Wir werden auch in den nächsten Wochen noch einiges lernen. Ich habe heute wieder ein bisschen was dazugelernt. Gibt's noch irgendwas, was du zum Thema Libra loswerden wolltest Jonas.
[00:54:21] Eigentlich noch ein kleines  Appel, und zwar wir sehen jetzt wirklich viel Bewegung auf dem Markt und zwar Libra wir sehen CBDC etc. also für mich ist wirklich 
[00:54:30] wichtig, dass sich eben die die Teilnehmer der Volkswirtschaft auch die Banken eben noch nicht ausruhen sondern wirklich diese Themen auch proaktiv angehen.
[00:54:37] Dass auch die Politik Libra nicht von vornherein ausschließt, nur weil irgendwie Facebook einer von 23 Teilnehmern ist. Sondern, dass man sich wirklich diesen Innovationen nicht in den Weg stellt.
[00:54:47] Und klar, die müssen dann in geordneten Bahnen ablaufen und dürfen die Finanzstabilität nicht gefährden. Das ist denke ich auch klar.
[00:54:53] Man sollte wirklich offen sein gegenüber technologische Neuheiten, gegenüber innovativen Projekten und sich die zumindestens mal im innerhalb von größeren Teams auch wirklich mal genauer anschauen
[00:55:03] und dann wirklich erst Schlüsse Schlüsse ziehen. Bevor man voreilig wie es jetzt auch bei manchen Politikern war wirklich einfach sagt das wollen wir nicht obwohl das Konzept eben nicht ganz durchdrungen wurde.
[00:55:14] Ja das ist doch ein super Schlußwort würde ich sagen und dann bedanke ich mich erstmal ganz herzlich bei Dir, dass du da warst, dass du deine Einschätzung zu Libra abgegeben hast. Ich würde sagen wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt und sobald es dann ein
[00:55:26] Update gibt können wir uns ja hier noch mal zusammenfinden oder vielleicht auch mal eine Episode zum Thema,
[00:55:33] Digitale Zentralbankwährungen aufnehmen. Ich denke das Thema wird auch nur relevanter werden in den nächsten Monaten, aber für für jetzt erstmal vielen Dank Jonas danke dass du hier warst.
[00:55:43] Sehr gerne danke dass ich hier sein durfte.
[00:55:44] Music.

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